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Nach einer toxischen Beziehung

Was du von einem Narzissten lernen kannst

Wer sich jemals in der unglücklichen Lage befand, sich auf einen Narzissten eingelassen zu haben, weiß, wie verletzend diese Verbindung enden kann. Ist anfangs noch alles zu schön um wahr zu sein, schlägt das Verhalten des Narzissten schon bald in das komplette Gegenteil um. Wo vorher der Wunsch nach Nähe und Harmonie vorherrschte, ist plötzlich Distanz und Abwertung an der Tagesordnung. Der Narzisst manipuliert, indem er die Schwächen und Ängste der anderen Person zu seinem eigenen Vorteil nutzt. Jemanden klein zu machen bedeutet, die Macht über den anderen/die andere zu besitzen und in eine Abhängigkeit zu bringen. In dieser Position ist der Partner oder die Partnerin permanent abhängig von der Gefühlslage des Narzissten, an die es sich anzupassen gilt, um Stress und Ärger zu vermeiden.

Schafft man es, sich aus einer solchen Verbindung komplett zu lösen, sitzt der Schmerz über das Ertragene zunächst sehr tief. Man ist bestimmt von Wut gegen den Narzissten, Wut gegen sich selbst, das alles ertragen zu haben, Scham und Enttäuschung.

Doch nicht alles an dieser Verbindung war schlecht und wenn du etwas die Sichtweise veränderst, wirst du sehen, was es dir für deine persönliche Entwicklung gebracht hat, mit einem Narzissten zusammen gewesen zu sein. Zudem hilft es dir für die Zukunft, solch toxische Menschen schneller zu erkennen und es gar nicht mehr bis zu einer Beziehung kommen zu lassen.

Der siebte Himmel

In der Kennenlernphase ist der Narzisst genauso, wie du dir deinen Wunschpartner immer erträumt hast. Das liegt weniger daran, dass du verdammt großes Glück hast, diese Person gefunden zu haben, sondern daran, dass Narzissten ein ausgesprochen gutes Gespür dafür haben, was die Bedürfnisse des anderen / der anderen sind. Genau auf diese Bedürfnisse gehen sie ein. Sie spielen dir zum Beispiel vor, besonders gute Zuhörer zu sein, was sie oftmals auch tatsächlich sind, denn sie wollen alles über dich in Erfahrung bringen, um schneller deine Fehler ausmachen zu können, die sie später gegen dich verwenden werden. Darüber hinaus finden sich schnell viele Gemeinsamkeiten zwischen euch. Hobbies, die ihr teilt, einen ähnlichen Geschmack bei Filmen und Musik. Es ist fast schon verblüffend, wie sehr ihr euch in euren Interessen ähnelt. Insgeheim kopiert der Narzisst deine Vorlieben allerdings nur, lässt es aber geschickt so aussehen, als sei er an deinen Dingen genauso interessiert wie du. Gleiches gilt für deine Bedürfnisse. Ein Narzisst erkennt schnell, was dir fehlt und gibt es dir bereitwillig, um dich damit zu erobern.

Im Nachhinein kannst du daraus lernen, was dir in deinem Leben fehlt. Vielleicht fehlt es dir an Anerkennung, an jemandem, der dir zuhört oder dich genauso mag und akzeptiert, wie du bist. Ist die Beziehung zu einem Narzissten beendet, kannst du revue passieren lassen, was man dir gab, um für dich daran zu arbeiten. War es zum Beispiel die mangelnde Akzeptanz, die der Narzisst durch sein Verhalten ausgeglichen hat, kannst du in dich gehen und dich fragen, warum es dir so wichtig ist, dass andere dich mögen und ob du im Stande bist, dich selbst so anzunehmen wie du bist. Und dann kannst du daran arbeiten, die Ursache dieses Problems finden, lernen, damit umzugehen oder etwas ändern.

Die Abwertungsphase

Nach der ersten Hochphase folgt irgendwann die Phase, in der der Narzisst erkennt, dass auch du nicht perfekt bist und er beginnt, alles an dir zu kritisieren oder vergleicht dich ständig mit anderen, wobei du grundsätzlich schlechter abschneiden wirst. Was du magst oder besonders gut kannst, zieht er ins Lächerliche oder wertet es gnadenlos ab. Das kann so weit gehen, dass du selbst nicht mehr sicher bist, was deine Stärken tatsächlich sind. Dieses Verhalten ist zutiefst kränkend und verletzend, zeigt dir aber auch, an welchen Schwachstellen an dir du arbeiten musst. Narzissten wissen genau, welche deine wunden Punkte sind und nutzen sie schamlos gegen dich. Bist du dir dieser Punkte bewusst, kannst du ebenfalls daran arbeiten, sodass es dich nicht mehr verletzt, damit konfrontiert zu werden.

Insofern zeigt ein Narzisst dir durch sein Verhalten zum einen auf, was deine Bedürfnisse sind, zum anderen, was deine Schwachstellen sind. Um die schmerzliche Erfahrung mit einem Narzissten zu verarbeiten, reicht es nicht, diese Person zu verteufeln und die Schuld einzig und allein bei der anderen Person zu suchen. Schließlich hast du dich auf diesen Menschen eingelassen und das nicht grundlos. Erforsche diese Gründe. Vielleicht bist du unter solchen Bedingungen groß geworden und kennst es von Kindertagen an nicht anders, als dass man dich herablassend behandelt. Vielleicht war auch dein Selbstwertgefühl so schwach, dass du leichte Beute für solch toxische Menschen warst. Sobald du der Ursache auf den Grund gegangen bist und dir klar wurde, was dir fehlt und an was du an dir selbst arbeiten musst und die Sache aktiv angehst, wirst du merken, dass du künftig derartige Spielchen viel schneller durchschauen wirst. Du wirst eher auf dein Bauchgefühl und deine Intuition hören, du wirst dir Vieles nicht mehr so leichtfertig gefallen lassen und wesentlich eher deine persönlichen Grenzen ziehen. Überquert jemand diese leichtfertig, wird es für denjenigen / diejenige künftig Konsequenzen haben.

Auch wenn die Erfahrung mit einem Narzissten verheerend ist, sieh es als Chance, selber zu wachsen. Du gehörst nicht zu den Menschen, die andere erniedrigen müssen, um sich selbst besser zu fühlen. Du bist im Gegensatz zu dem Narzissten in der Lage, dich weiter zu entwickeln, deinen Charakter zu festigen, deine bisherigen Lebensmuster zu hinterfragen und zu ändern. Du bist im Stande, ehrlich und aufrichtig zu lieben und hast mit Sicherheit gelernt, dass es dazu nicht nötig ist, sich selbst für jemand anderen komplett aufzugeben. Nimm all diese Erkenntnisse mit auf den Weg deines Heilungsprozesses und du wirst bald merken, dass du eigentlich niemanden als dich selbst brauchst, um glücklich zu sein und dich vollkommen zu fühlen.