Liebeskummer: Umgang mit dem außergewöhnlichen Schmerz

Glücklich jener, der niemals in seinem Leben so etwas wie Liebeskummer erfahren hat. Es leben 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten und kaum einer der heranreifenden Jugendlichen oder der Erwachsenen kann von sich behaupten, noch nie mit Liebeskummer konfrontiert gewesen zu sein. Doch weshalb lähmt uns dieser Schmerz so sehr? Warum kann Liebeskummer im schlimmsten Fall zu solch tiefgreifenden Folgen führen, dass Menschen sich danach nicht mehr binden wollen? Gehen wir der Sache auf den Grund.

Es beginnt schon im Kindergarten

Die Psychologie geht davon aus, dass es von entscheidender Bedeutung ist, in den ersten sechs Jahren den Grundstein für ein gefestigtes Selbstwertgefühl zu legen. Das Kind bezieht sich in dieser heiklen Phase der ersten Lebensjahre vor allem auf sein engstes Umfeld – also Mutter, Vater und Geschwister. Der Mutter wird dabei die wichtigste Rolle zuteil. Ein labiles Familienleben in den ersten Lebensjahren – also vielleicht die Trennung der Eltern, Krankheit oder gar Tod eines Elternteils kann ein Kind sehr belasten. Es wird mit dem Verlassen-werden anders umgehen, als ein Kind, welches in gefestigten Verhältnissen aufgewachsen ist.

Doch das allein ist nicht ausschlaggebend: Auch Erwachsene, die eine nicht sehr glanzvolle Kindheit hatten, können durchaus eine sehr gefestigte Persönlichkeit vorweisen!

Warum wir uns so vor dem Verlassen-werden fürchten

Den meisten Menschen ist gar nicht sehr bewusst, dass sie ihr Glück ständig im Außen suchen: Sie kaufen sich teure Kleidung, Schmuck oder Schuhe, um kurzzeitig „glücklich“ zu sein. Gehen sie eine Beziehung ein, so machen sie ihr Glück vom Partner abhängig. Doch so eine Abhängigkeit ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt: Wer sein Glück im Außen sucht, wird früher oder später enttäuscht werden müssen.

Anfänglich tun wir alles, um den Partner glücklich zu machen. Wir stecken sogar unsere eigenen Bedürfnisse zurück. Doch nach und nach wollen wir auch unsere eigenen Bedürfnisse gestillt bekommen: Wir wünschen uns Nähe und Geborgenheit. Das Gefühl, gebraucht oder gesehen zu werden. Anerkennung, Liebe, Zusammengehörigkeit… .

Und dann kommt der Tag, an dem der Partner mal nicht das macht, was wir uns vorgestellt haben. Oder die bessere Hälfte lernt jemand Neues kennen. Die Spannung ist raus oder die Partner haben grundsätzlich andere Vorstellungen von einer Beziehung. Wir fürchten uns so sehr vor diesem Moment, da wir in genau diesem Augenblick wieder voll und ganz mit uns selbst konfrontiert werden. Plötzlich gibt es da niemand mehr, um den wir unser eigenes Leben „herumbauen“ können. Es ist niemand mehr da, der uns das Gefühl gibt, wichtig zu sein und gesehen zu werden.

Wie wir damit umgehen können

Liebeskummer betrifft fast alle Erwachsenen. Am Vernünftigsten ist es, anfänglich alles, was uns an den Ex-Partner erinnert, aus dem Blickfeld zu verbannen: Fotos, Kleidungsstücke, die Zahnbürste…, alles raus! Die besten Freund/e/innen helfen ganz schlicht, indem sie am Telefon zuhören, oder sich das ganze Dilemma bei einem Kaffee oder einem Spaziergang anhören. Männer werden da eher gemeinsam angeln oder sich die Seele bei einem oder vielleicht ein paar mehr Bierchen ausschütten.

Grundsätzlich ist es so, dass alle Menschen anders mit Kummer umgehen: Die einen stürzen sich in Arbeit, die anderen weinen, wieder andere treiben sich im Sport zu Höchstleistungen an, um zu vergessen. Doch wichtig ist eines: Im Fokus zu behalten, wer man selbst ist. Welche Wünsche und Ziele man verfolgt. Am besten bringt man durch Ablenkung erst mal Abstand zwischen sich selbst und dem Geschehenen.

Wie lenkt man sich von Liebeskummer effektiv ab

Viele Psychologen raten in solchen Ausnahme-Situationen zu sogenannten „Skills“ – also Fertigkeiten, die es uns erlauben, aus dem Angstzentrum des Gehirns herauszukommen und wieder aus dem Parasympathikus heraus Entscheidungen zu treffen. Der Parasympathikus ist jener Teil des Gehirns, der unsere Ratio ausmacht. Wenn wir also wieder „klar denken“ können, dann war´s das auch mit dem Liebeskummer!

Bei Liebeskummer ist sehr viel Angst im Spiel! Wenn wir es also schaffen, aus unserem Angstzentrum herauszutreten, dann hat sich das mit dem Liebeskummer auch sehr schnell erledigt. Deshalb ist es in dieser Zeit wichtig, intensiv auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen: „Was tut mir gut, welche Freundin zerstreut meinen Kummer am besten, was lenkt mich am ehesten ab?“

Gerade solche Aktivitäten, wie Fotografie im Freien, das Schreiben von Texten, das Telefonieren oder Treffen mit Freunden oder alles andere, was unseren Geist beschäftigt, lenkt sehr intensiv von Liebeskummer ab. Experimentieren Sie mit Düften (z.B. Hirschhornsalz, das in der Apotheke erhältlich ist), Duftkerzen, oder auf eine scharfe Chili beißen…, etwas davon wird Sie bestimmt aus Ihrem Kummer reißen! Und immer im Auge behalten: Sie sind ein großartiger Mensch mit einzigartigen Fähigkeiten und es wird sich bald wieder jemand in Sie verlieben!

Finden Sie Singles in Ihrer Nähe

Ich bin
Ich suche